Der Oratorienchor Köln e.V.

Der Oratorienchor Köln gehört zu den großen Konzertchören Kölns und gestaltet seit seiner Gründung vor 65 Jahren das chormusikalische Leben der Stadt mit. Der Chor besteht zur Zeit aus ca. 80 ambitionierten und erfahrenen Sänger*innen mit Freude an guter Musik, dem gemeinsamen Singen und der Gestaltung von Konzerten.
Erarbeitet werden sowohl neue musikalische Werke als auch bekanntere Stücke, die mit Frische und neuen Akzenten wiederaufgeführt werden.
Der Oratorienchor Köln wurde als „Chorgemeinschaft im evangelischen Stadtkirchenverband“ von Kirchenmusikdirektor Dr. Gerhard Bork gegründet. 1986 übernahm der Altenberger Dom-Organist Andreas Meisner die musikalische Leitung und prägte für über 25 Jahre die Geschichte des Chores. 1989 erfolgte die Umbenennung des Chores auf den Namen „ORATORIENCHOR KÖLN im evangelischen Stadtkirchenverband“. Zum Repertoire gehörten Chorwerke aus verschiedenen musikalischen Epochen. Auch Werke moderner Komponisten wie Duruflé, Arvo Pärt, Schostakowitsch, Schönberg und Messiaen standen auf dem Programm. Unter Meisners Leitung konzertierte der Oratorienchor regelmäßig national und international und führte Werke im Rahmen von Festivals oder Festkonzerten auf, z.B. in Dresden, Hamburg, Mechelen/Belgien, Paris, Klausenburg/Rumänien und Liverpool.
Besonders hervorzuhebende Projekte aus den letzten Jahren mit Andreas Meisner sind die Aufführungen von Carl Orffs Carmina Burana in neuer Fassung für Chor und Mallet-Instrumente, zwei Klaviere und Schlagzeug von Tibor Herczeg, das Mitsingkonzert von Haydns Schöpfung in der Kölner Philharmonie, Max Regers Der 100. Psalm sowie Mendelssohn Bartholdys Lobgesang in der Kölner Philharmonie, anlässlich des 500. Reformationsjubiläums gemeinsam mit anderen Kölner Chören.
2018 übernahm Arndt Martin Henzelmann die künstlerische Leitung und brachte mit Louis Spohrs Oratorium Die letzten Dinge sowie dem Requiem d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart in einer Neuvervollständigung von Michael Ostrzyga ebenfalls selten Gehörtes und Neues zur Aufführung. Im Mai 2022 Jahres konnte nach einer Zeit der Online-Proben, Proben im Freien und Kleingruppenproben gemeinsam mit dem Rodenkirchener KammerChor und Orchester, dem Consortium musicum Berlin und dem Neuen Rheinischen Kammerorchester Gustav Holsts Werk The Cloud Messenger aufgeführt werden, ergänzt durch Lili Boulangers Vieille prière bouddhique und Ralph Vaughan Williams‘ Toward the Unknown Region.
Zu Beginn des Jahres 2022 übernahm Joachim Geibel die musikalische Leitung des Oratorienchores. Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms war im September 2022 sein Antrittskonzert.
Der ORATORIENCHOR KÖLN ist Mitglied im Verband deutscher Konzertchöre und im Netzwerk Kölner Chöre.

 

Die ersten 60 Jahre

Im Jahr 1957 gründete Kirchenmusikdirektor Dr. Gerhard Bork die „Chorgemeinschaft im evangelischen Stadtkirchenverband“. Die Choristen waren amtierende sowie angehende Kirchenmusiker verschiedener Kirchengemeinden des Großraums Köln sowie musikalisch interessierte Laien, die sich der „Musica sacra“ widmeten.

Neben der Pflege der Musik Johann Sebastian Bachs standen auch Werke aus anderen Musikepochen auf dem Programm. Als einer der Höhepunkte war 1965 im Kölner Opernhaus Mendelssohns Paulus zum ersten Mal seit der Verfemung dieses Komponisten durch die Nationalsozialisten in Köln zu hören. Ebenso war 1969 im Gürzenich erstmals wieder der Elias zu hören. Als deutsche Erstaufführung sang der Chor 1975 in St. Peter das Requiem von Saint-Saëns. Auch Erstaufführungen in Anwesenheit der Komponisten standen auf dem Programm, wie 1958 im Gürzenich Günter Raphaels Glaubensbekenntnis und 1959 Heinz Werner Zimmermanns Bildoratorium Weihnacht. Über 30 Jahre trug Dr. Bork die Verantwortung für die evangelische Kirchenmusik in Köln.  Nach seinem Ausscheiden 1980 und dem Wegfall der Stelle des Kirchenmusikdirektors musste sich der Chor einen neuen Leiter suchen.
So trat 1981 Wolfgang Karius das Erbe Borks an, gefolgt von Paul Nancekievill im Jahr 1982. Nach dessen Weggang 1986 übernahm der Altenberger Domorganist Andreas Meisner die musikalische Leitung. 1989 erfolgte die Umbenennung des Chores auf den Namen „ORATORIENCHOR KÖLN im evangelischen Stadtkirchenverband“.

Unter Andreas Meisner wurde im Rahmen zahlreicher Konzerte ein umfangreiches Repertoire mit Chorwerken des Barock, der Klassik und zunehmend Kompositionen der Romantik und Spätromantik erarbeitet. Auch Werke moderner Komponisten wie Duruflé, Arvo Pärt, Schostakowitsch, Schönberg und Messiaen standen auf dem Programm. Anlässlich des Flandern-Festivals in Mechelen/Belgien wurden im Oktober 1996 Werke von Flor Peeters aufgeführt.

1999 konzertierte der Chor in Zusammenarbeit mit dem Chœur de l’Armée Francaise in der Pariser Kirche La Madeleine mit Werken von Dupré, Widor und Mauersberger. Im Altenberger Dom beteiligte er sich am Bachzyklus 2000. Auf Einladung der Staatlichen Philharmonie Transilvania gastierte der Chor 2002 mit Mahlers 2. Sinfonie in Klausenburg/Rumänien. Im Juli 2004 folgte der Chor einer Einladung des Dean of Liverpool. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Cathedral of Liverpool wurde im Rahmen eines Festkonzertes das Requiem von Mozart aufgeführt.
Seit Anfang 2001 besteht eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem CHŒUR DE CHAMBRE DE LA CITÉ, Paris.

Im Jahr 2007 feierte der Chor sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festkonzert im Altenberger Dom mit Hector Berlioz’ Requiem im Rahmen des Evangelischen Kirchentags und einer Chorreise nach Dresden, wo der Chor in der Frauenkirche unter anderem mit John Rutters Gloria konzertierte. Den Abschluss des Jubiläumsjahrs bildete ein Konzert in der Kölner Philharmonie mit Felix Mendelssohn Bartholdys Paulus op. 36.
2008 wirkte der Chor gemeinsam mit den Knaben der Liverpool Cathedral und des Kölner Domchors, dem Royal Liverpool Philharmonic Choir, dem Vokalensemble des  Kölner Doms sowie der Kölner Domkantorei in Benjamin Brittens WAR REQUIEM    op.66 mit, welches im Rahmen der Europäischen Musiktage im Altenberger Dom sowie im Kölner Dom und als „Celebrating the ‚Capital of Culture‘  2008“ in Liverpool aufgeführt wurde.